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Kreisgruppe Minden-Lübbecke

Wandel mitgestalten

Mit den SDGs den Wandel gestalten

 Gemeinsam mit unseren Partner*innen im Netzwerk 17plus setzen wir uns für die SDGs ein, um den Prozess der gesellschaftlichen Transformation mitzugestalten. Mehr zum regionalen Netzwerk 17plus hier: 17plus.org.
Auf dieser Seite informieren wir über die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und wie wir uns für sie einsetzen. Es geht um Bildung für nachhaltige Entwicklung und um Wandelkarten.

 

Zukunftsvertrag für die Welt - SDGs

Im September 2015 haben alle UN-Mitgliedsstaaten die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung einschließlich der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Diese neuen globalen Ziele (Sustainable Development Goals = SDGs) reichen bis 2030 und ersetzen die bisherigen Milleniumsziele. Sie gelten jetzt nicht nur für die Entwicklungsländer, sondern für alle Länder und gehen stärker als bisher auf den Umwelt- und Naturschutz sowie auf die ökonomische und soziale Dimension einer nachhaltigen Entwicklung ein. In Deutschland sind die Umsetzungsmaßnahmen in der Nachhaltigkeitsstrategie von Bund und Ländern festgelegt. Beitrag des Landes Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung der globalen Ziele siehe unten auf dieser Seite.
Mehr zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen hier
https://www.bund.net/ueber-uns/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsstrategie/un-ziele/
 

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist für die Erreichung der globalen Ziele ein grundlegender Schlüssel. Jeder einzelne soll verstehen: Mein eigenes Handeln, z. B. wie ich einkaufe, wie viel Energie ich verbrauche oder welche Fortbewegungsmittel ich nutze, hat Auswirkungen auf Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen. Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt den Menschen, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen, um dazu beizutragen, die Welt ein Stück zu verbessern. Mehr zu BNE
www.bne-portal.de/de/einstieg/was-ist-bne

Unser Einsatz für die globalen Ziele vor Ort

Ausstellung"Durstige Güter in Minden: 140 l Wasser für eine Tasse Kaffee – ist das schlimm?

Wir setzen uns für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, wie Wasser, Tier- und Pflanzenwelt und Klima in unserem Kreisgebiet ein. Bei Planungen, die für Natur, Landschaft oder Umwelt des Menschen bedeutsam sind, wirken wir mit. Unsere Arbeit betrifft vor allem die Nachhaltigkeitsziele 6 (Sauberes Wasser), 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), 15 (Leben an Land). Mehr dazu unter Themen und Projekte.

Bei unseren Umweltbildungsaktivitäten für alle Altersgruppen beziehen wir BNE mit ein. Zum Beispiel thematisierten wir in der Ausstellung „Durstige Güter“ oder in den Workshops „Raus aus dem Plastikwahn“ die Auswirkungen unseres Konsums und Lebensstils bei uns und weltweit. In unseren Exkursionen ist es uns wichtig, Artenkenntnis und ökologisches Grundwissen zu stärken. Mehr siehe Veranstaltungskalender des BUND-Minden-Lübbecke.

Wir sind Bildungspartner im Bildungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung im Kreis Minden-Lübbecke. das sich aktuell noch im Aufbau befindet. Siehe BNE-Regionalzentrum Moorhus www.moorhus.eu/regionales-netzwerk/

 Sich gemeinsam für die SDGs einsetzen: Zusammen mit anderen Nachhaltigkeitsakteuren wollen wir den Prozess der gesellschaftlichen Transformation mitgestalten.

Wandelkarten

Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen, die neue nachhaltige Wege suchen oder schon gefunden haben,: fair, bio, gemeinwohl-orientiert oder inklusiv. Wandelkarten sollen Impulse geben und den Wandel sichtbar machen. Initiativen, Projekte und Unternehmen, die zu einer enkeltauglichen Zukunft beitragen, können sich in eine Wandelkarte eintragen. Es gibt mittlerweile in den Regionen viele solcher Wandelkarten. Stöbere hier auf der Karte von Morgen für ganz Deutschland: kartevonmorgen.org

Eine Wandelkarte für unsere Region gab es erstmals 2018. Die Wandeltage mit der Wandelkarte waren das Herzstück der Mindener Nachhaltigkeitswoche vom 30. September bis 3. Oktober. Unter dem Motto »Wer urlaubt am zuhausesten?« galt es, unsere essbare und nachhaltige Region zu erfahren und zu entdecken. Koordiniert wurde das Projekt von der Gemeinwohlökonomie & Ethischer Welthandel Projektgruppe Minden/Lübbecke
Wandeltage/-karte 2018 siehe hier: https://wandel.17plus.org/stationen/

Die Wandeltage 2020 finden vom 25. September bis 3. Oktober statt.
Wandeltage/-karte 2020 siehe hier: wandel.17plus.org

Umsetzung der SDGs auf NRW-Landesebene

Ziele zum Ressourcenschutz und Konsum (aus der NRW Nachhaltigkeitsstrategie www.nachhaltigkeit.nrw.de)

 Schutz natürlicher Ressourcen

  • Reduktion des Anteils der Rote-Liste-Arten auf 40 %

  • Erhöhung der Artenvielfalt in allen Landschaftsräumen

  • Ausweitung der Biotopverbundflächen auf 15 % der Landesfläche

  • Erhöhung der Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder durch Absenkung der reinen Nadelwaldbestände auf < 20 %

  • Steigerung des Anteils zertifizierter Waldfläche an der gesamten Waldfläche

  • Begrenzung der Flächeninanspruchsnahme für Siedlung und Verkehr auf 5 ha pro Tag; langfristig wird ein Netto-Null-Verbrauch angestrebt

  • Senkung des Stickstoffbilanzüberschusses auf 60kg N/h

  • Herstellung eines guten ökologischen Zustands bzw. Potenzials für alle Wasserkörper der Fließgewässer entsprechen der EU-Wasserrahmenrichtlinie

  • Minderung der Nitratbelastung aller Grundwasserkörper auf < 50 mg/l

Nachhaltiger Konsum/nachhaltige Lebensstile:

  • Bis 2020 Erreichung einer Recyclingquote von 65 % (Bioabfälle und werthaltige Abfälle an der Gesamtmenge der Haushaltsabfälle)

  • Erhöhung des Ausgabenanteils von biologisch erzeugten Nahrungsmitteln (mit EU-Biosiegel) an den Gesamtlebensmittelausgaben

  • Verringerung des Ressourcenverbrauchs der privaten Haushalte

  • Verringerung des Endenergieverbrauchs privater Haushalte›Substantielle Steigerung der Rohstoffproduktivität

  • Substantielle Steigerung der Bruttowertschöpfung der Umweltwirtschaft

Was bedeutet ...

Neue Begriffe für neue Wege: Neue Aufklärung - Ein gutes Leben für alle! - planetare Grenzen – Gemeinwohl - Suffizienz - Ernährungssouveränität

Neue Aufklärung
Der 2017 erschienene neue Bericht des Club of Rome „Wir sind dran“ fordert eine „neue Aufklärung“. Es geht um ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Gemeinwohl, zwischen Wohlstand und Nachhaltigkeit. Düstere Prognosen wie im ersten Bericht von 1972 „Die Grenzen des Wachstums“ werden nicht vermittelt. Der Bericht fasst zusammen, was der Mensch auf der „Reise zur Nachhaltigkeit“ schon angepackt hat. Als eine neue Richtung und Denkweise sind u.a. die Blue Economy und die Gemeinwohlwirtschaft oder als konkretes Beispiel für nachhaltige Urbanisierung die Stadtentwicklung von Kopenhagen genannt.

Ein gutes Leben für alle
Das gute Leben für alle ist eine konkrete Utopie einer Zivilisation, die nicht auf Kosten anderer und der Natur lebt. Entfaltungsmöglichkeiten zu einem guten Leben gab es immer nur für einen Teil der Menschen. Der Raubbau an der Natur in der jüngsten Menschheitsgeschichte mit seinen Folgen wie zunehmender Ressourcenknappheit und weltweiter Klimakrise betrifft uns nun alle. Die Forderung nach einem guten Leben für alle wurde bei den globalen Nachheitigkeitszielen (SDGs) mit einbezogen und ist Leitbild bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Das Konzept des Buen vivir (Gutes Leben) ist in der Verfassung von Ecuador verankert. Seine Ursprünge liegen bei den indigenen Völkern Lateinamerikas.

Planetare Grenzen
2009 wurde von einem Forscherteam das Konzept der Planetaren Grenzen oder auch ökologischer Belastungsgrenzen veröffentlicht, Das Team definierte 9 globale Prozesse, die die Widerstandskraft und die Belastungsgrenzen des Planeten bestimmen. Werden die Grenzen überschritten, drohen irreversible Schäden an den Lebensgrundlagen der Menschheit. Beim Verlust der biologischer Vielfalt, beim Stickstoffkreislauf und Klimawandel ist der sichere Handlungsspielraum bereits überschritten: Siehe rote Keile in der Grafik hier
http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/anthropozaen/248882/planetare-grenzen

Siehe auch Donut - ein sicherer und gerechter Handlungsraum für die Menschheit http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/anthropozaen/248875/donut-ein-sicherer-und-gerechter-handlungsraum

Gemeinwohl/Gemeinwohlwirtschaft
Der Begriff des Geneinwohls wird verstanden als Gegenbegriff zu bloßen Einzel- oder Gruppeninteressen innerhalb einer Gemeinschaft/eines Gemeinwesens. Es stellt sich die Frage: Was dient dem Gemeinwohl? An welchen Werten orientiert sich eine Wirtschaft, die auf dem Gemeinwohl basiert? Für den griechischen Philosophen Aristoteles z.B. sind dies politische Gerechtigkeit und allgemeiner Nutzen/Glück. Das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), das im aktuellen Bericht des Club of Rome „Wir sind dran“ aufgeführt wird, konzentriert sich auf Normen und Werten, die fast allen demokratischen Verfassungen weltweit zugrunde liegen: Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit sowie Demokratie (Transparenz und Partizipation). Die GWÖ hat eine Matrix entwickelt, anhand derer Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanzierung durchführen können https://www.ecogood.org/de/gemeinwohl-bilanz/gemeinwohl-matrix/.

Suffizienz
Suffizienz ist ein wichtiger Baustein nachhaltiger Strategien. Das lateinische Wort sufficere heißt „ausreichen, genug sein“. Die Überlegung bei dieser Strategie: Wie viel Material- und Energieverbrauch ist zwingend notwendig? Wie viel Konsum und Produktion ist erforderlich, was braucht man wirklich? Zu den weiteren Bausteinen gehören Effizienz (gleicher Nutzen, aber umweltverträglicher) und Konsistenz (z.B. Wiedernutzung).

Ernährungssouveränität
Ernährungssouveränität ist ein Gegenmodell zur aktuellen EU-Agrarpolitik. Während diese auf industrielle Landwirtschaft und Lebensmittelexport für den Weltmarkt setzt, stellt jene ein Ernährungssystem dar, bei den Menschen vor Ort es in der Hand haben, wie sie Lebensmittel produzieren, verarbeiten und sich ernähren. Leitbild ist eine bäuerliche Landwirtschaft mit kurzen Wegen für Produzenten und Konsumenten, ökologisch und sozial gerecht.
Das Konzept der Ernährungssouveränität geht zurück auf eine internationale Bewegung von Kleinbauern und Landarbeitern (La Via Campasina). In Deutschland entstehen aktuell zahlreiche Ernährungsräte, die ein solches Konzept verfolgen. Vorreiter sind die Räte in Berlin und Köln, die sich 2016 gründeten. Mehr siehe Ernährungssouveränität zum Anpacken, 2030.report)

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