Kreisgruppe Minden-Lübbecke

Gewässerschutz

Gewässserschutz

Weser bei Minden  (Foto BUND Mi-Lü)

Unser Kreisgebiet zeichnet sich durch ein dichtes Gewässernetz aus. Die Hauptwasserader ist die Weser. Mehrere große und kleine Zuflüsse münden rechts- und linksseitig in den Strom. Diese besitzen wiederum zahlreiche Nebengewässer. Zu den größeren Gewässern neben der Weser zählen die Bastau, Ösper, Bückeburger Aue, Gehle, Große Aue, Kleine Aue, Wickriede und der Große Diekfluß. Bis spätestens 2027 sollen gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) diese Gewässer und auch die kleineren Bachläufe den guten Zustand erreicht haben. Doch bislang sind nur wenige Abschnitte ökologisch verbessert worden.

Auf dieser Seite wollen wir Interesse für Bach und Fluss in Ihrem Wohnumfeld wecken, geben Tipps, wie Sie das Gewässer besser kennenlernen können und informieren über Akteure, die für den Gewässerschutz vor Ort aktiv sind. Worauf wir hinarbeiten sollten:

 

2027 - Unsere Gewässer nach Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie

  • Gewässer sind in einem guten ökologischen Zustand und bieten Lebensraum für eine große Vielfalt an Fischen, Insekten, Amphibien und anderen Wasserlebewesen.

  • Ein mindestens 10 m breiter Randstreifen entlang der Gewässer schützt vor schädlichen Einträgen. Tiere und Pflanzen erobern den Lebensraum.

  • Die Durchgängigkeit der Gewässer ist wieder hergestellt und Fische gelangen zu ihren Laichgebieten.

  • Auen bieten Flutungsflächen, die besser vor Hochwasser schützen. Gleichzeitig stellen sie artenreiche Feuchtlebensräume dar.

  • Alle Gewässer können wieder zur Erholung oder zum Baden genutzt werden.

  • Das Trinkwasser ist geringer belastet und die Aufbereitung einfacher.

    Mehr zur Wasserrahmenrichtlinie sowie deren schleppenden Umsetzung siehe hier: www.bund.net/fluesse-gewaesser/wasserrahmenrichtlinie/

Unsere Gewässerexkursionen – informieren und mitmachen

Unsere BUND-Gruppe an der Ösper ein Jahr nach der Renaturierung  (Tim Brunkhorst)

Regelmäßig laden wir Fließgewässerfreund*innen ein, mit uns Fortschritte und Defizite bei der Umsetzung der WRRL unter die Lupe zu nehmen. Begehungen finden vor allem an der Ösper (Renaturierung siehe OG Petershagen) und der Bastau statt. Mehr siehe Veranstaltungskalender des BUND Minden-Lübbecke.
Möchten Sie gemeinsam mit uns den Bach vor Ihrer Haustür erkunden? Möchten Sie erfahren, ob ökologische Verbesserungen möglich sind? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Jedes einzelne Gewässer kann online auf Karten ersehen werden, z. B. anhand des Kartenservice ELWAS (Ort eingeben). Das Informationsportal bietet umfangreiche Informationen zu Oberflächengewässern, Grundwasser und WRRL.  

Kartenservice ELWAS       www.elwasweb.nrw.de

Das Gewässer besser kennenlernen - Struktur eines Fließgewässers bewerten

Schülerinnen messen die Gewässerbreite  (J. Huth)

Interessierte Laien oder Schulgruppen können schon anhand des äußeren Erscheinungsbildes eines Baches oder Flusses Probleme und Defizite erkennen. Der Zustand natürlicher und künstlicher Strukturen an Gewässersohle, Ufer und Aue wird dabei betrachtet und bewertet. Die beste Note bekommen vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Gewässer. Alle anderen erhalten abgestufte Bewertungen, je nachdem wie stark sie verändert wurden. Unveränderte bzw. gering veränderte Fließgewässer werden folgendermaßen beschrieben:

Nutzung der Aue: naturnaher Wald, Auwald
Gewässerrandstreifen: > 20 m
Gewässerverlauf: mäandrierend, nicht begradigt
Uferbewuchs: Auwald, durchgehender Weiden und/oder Erlensaum von mehreren Metern Breite
Uferstruktur: keine festgelegte Uferlinie, viele Einbuchtungen und Aufweitungen, Gewässer kann sich ungehindert in die Breite ausdehnen.
Gewässerquerschnitt: sehr flach, Breite-Tiefen-Verhältnis > 10 : 1.
Strömungsbild: unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten auf engem Raum zu erkennen
Tiefenvarianz: sehr groß bis groß
Gewässersohle: Gewässersohle abwechslungsreich (Kies/Sand/Lehm oder andere Feinsubstrate), viel Totholz
Durchgängigkeit: keine Hindernisse / natürlicher Wasserfall, Kaskade

aus: M. Löw, Ökologische Bewertung von Fließgewässern, Hrsg. Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (VDG)

Bestimme die Strukturgüte deines Gewässers anhand der folgenden Bewertungsbögen für Mittelgebirgsbäche bzw. Flachlandbäche:

www.vdg-online.de/uploads/media/bd64_bewertungsboegen20050119_01.pdf
Bewertungsbogen der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz (VDG), aus M. Löw, Ökologische Bewertung von Fließgewässern. 
 

Wer sind die Akteure bei der Umsetzung der WRRL vor Ort?

Dialog an der Gehle mit Kreisumweltamt, Wasserverband Weserniederung, Wassernetz NRW und BUND

Behörden:

  • die Gemeinden im Kreis Minden-Lübbecke.
    Die Umsetzung der WRRL gehört zu ihrer Pflichtaufgabe.
  • Kreisumweltamt www.minden-luebbecke.de 
  • Bezirksregierung Detmold, WRRL-Geschäftsstelle für OWL in Minden, Büntestr. https://www.flussgebiete.nrw.de/weser-nrw-323
    Internetseite informiert über das Wesergebiet und über die Umsetzung der WRRL im Teileinzugsgebiet Weser NRW

Wasserverbände:

Weitere wichtige Akteure:

  • Biologische Station Minden-Lübbecke https://www.biostation-ml.de/
  • Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else https://www.weser-werre-else.de/
    Das Projekt führt Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung an kleineren Fließgewässern im Kreis Herford und Minden-Lübbecke durch.
  • BUND, NABU, Fischerei-, Heimatvereine
  • Alle am Gewässerschutz interessierte Bürger*innen. Sie haben gemäß Artikel 14 WRRL bei Planungen zur Umsetzung der Richtlinie ein Mitspracherecht .

Auf dem Weg zum Gewässerexperten - Mehr Infos

Die Broschüre des Wassernetz NRW „Gewässerschutz für die Vielfalt“ gibt ausführliche Handlungsempfehlungen und praktischen Tipps für die Renaturierung vor Ort sowie viele Praxisbeispiele. Das Wassernetz NRW ist ein Netzwerk von ehrenamtlichen Gewässerschützer*innen von BUND, NABU und LNU.

wassernetz-nrw.de/wp-content/uploads/2016/02/Wassernetz-Gewaesserschutz_Vielfalt_klein.pdf

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