Kreisgruppe Minden-Lübbecke

Lebensraum Bach - Was machen Bachpaten?

20. April 2013 | Petershagen, Ösper, Artenschutz, Gewässerschutz, Umweltbildung

Julia und Sophia begutachten den Sohlabsturz an der Ösper. Kommen hier Fische hoch?  (Foto: BUND Petershagen)

BUNDtes Praxisjahr Naturschutz

Schon im März bekamen Kinder und Jugendliche Einblick in den Amphibienschutz (Bericht siehe hier). Nun stand im April der Gewässerschutz auf dem Programm. Die Aktion zum BUNDten Praxisjahr Naturschutz fand an der Ösper statt. Mit großem Eifer erkundeten die jungen Teilnehmer einen 600 m langen Abschnitt des kleinen Fließgewässers von der Brücke Teichmühlenstraße bis zu einem kleinen Seitenbach. Zunächst erfuhren sie, dass die Ösper nicht immer so geradlinig mit einer steilen Grasböschung aussah. Vor einigen Jahrzehnten ist der lebendige Bach kanalartig ausgebaut worden. Bachpaten können nun helfen, wieder geeignete Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Beobachten und Dokumentieren gehören dabei zu den ersten wichtigen Aufgaben. Dies taten denn auch die zukünftigen Bachpaten und trugen alle Querbauwerke, die Fischwanderungen behindern, verbliebene naturnahe Strukturen wie Rauschen im Bach, Erlen am Ufer sowie den alten Bachlauf in eine Karte ein. Ein kleiner naturnaher Seitenbach war Ziel und Höhepunkt der Aktion. Hier hat der Eisvogel sein Revier, berichtete Sophia, die ganz in der Nähe wohnt, und markierte die Stelle auf der Karte, wo sie seine Nisthöhle vermutet. Kies, Sand oder Ton, woraus besteht die Gewässersohle? Diese Frage war schnell beantwortet, denn aus dem Substrat am Bachgrund ließen sich kleine Kugeln formen. Und wie können Bachpaten weiter tätig werden? Sie können die Öffentlichkeit über "ihren" Bach informieren, Verbesserungsvorschläge machen und konkrete Maßnahmen durchführen.


Ablauf:

1. Einführung: Steckbrief und Entwicklungsgeschichte der Ösper, Aufgaben von Bachpaten

2. Beobachten und Dokumentieren: Eintrag der Querbauwerke, des alten Gewässerlaufs, der Uferbäume und weiterer Beobachtungen auf einer Karte.
Untersuchungsgebiet: Ösperabschnitt vom Damm der L 770 bis zum Forstgraben (Seitenbach der Ösper).

●  Ich bin ein Fisch und will hier hoch   → Querbauwerke

●  Ich bin ein Bach und will mich winden   →  Alter Gewässerverlauf

●  Ich bin ein Bachflohkrebs und habe Hunger  → Uferbäume

●  Wo murmelt, plätschert oder rauscht die Ösper?   → Gewässersohle, Strömungsbild

●  Suche einen geeigneten Nistplatz für den Eisvogel!   → Uferstruktur

●  Kies, Sand oder Ton, welcher Typ bin ich?   →  Gewässertyp

Ergebnisse werden zusammentragen.

3. Wie geht’s weiter – wie informieren, vorschlagen, mitarbeiten ?

4. kleines Picknick an der Ösper

 

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