Kreisgruppe Minden-Lübbecke
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Kulturgut Streuobstwiese - Warum Obstbäume schneiden?

02. März 2019 | Natur ganz praktisch, Petershagen, Umweltbildung, Streuobstwiesen

Erziehungsschnitt am Apfelbäumchen auf der BUND-Wiese. Dennis Meyer erklärt, wie man auf verschiedene Kronenentwicklungen reagiert  (BUND Petershagen)

Jetzt war es wieder soweit. Die vor zehn Jahren gepflanzten Apfelbäume auf der BUND-Wiese Milchenstätte benötigten einen weiteren Erziehungsschnitt. Gärtnermeister Dennis Meyer wendet den Oeschbergschnitt an. Die Krone wird systematisch aufgebaut. Um den Mitteltrieb sollen sich 3 bis 5 stabile Leitäste und an diesen nach außen Fruchtäste entwickeln, bevorzugt in der Kronenperipherie. „Diesen Seitenästen gilt unser besonderes Augenmerk“, so der Gärtnermeister, „denn hier soll sich Fruchtholz bilden, das Blüten und dann Früchte hervorbringt.“ Ohne Schnitt habe man zwar einen Baum, der in vielerlei Hinsicht für die Natur wertvoll sei und anfangs auch Früchte trägt, aber sich oft unvorteilhaft entwickelt. Wie es geht, bekamen die Teilnehmer*innen jetzt demonstriert. „Dieser Zweig geht nach innen – weg, dieser ist zu dominant – weg, hier hat sich neues Fruchtholz gebildet – Zweig bleibt.“ So ging es in einem fort, bis der Jungbaum zurechtgestutzt war. Und die erwachsenen Bäume? Auch diese müssten zur Erhaltung einer gesunden Krone geschnitten werden, allerdings nicht so häufig wie in jungen Jahren, so Dennis Meyer. Auch gelte es, Totholz ruhig mal zu belassen. So ein alter Baum ist ein ideales Insektenhotel! Am Schluss erhielten die Streuobstwiesenfreund*innen eine Zusammenfassung aller Tipps und Ratschläge (Was tun bei jungen / alten Obstbäumen, wenn …) und tranken den fruchtigen Apfelsaft des benachbarten Streuobstwiesenvereins. Gespannt sind nun alle auf die Ernte im kommenden Herbst. „Für Kinder bedeutet es eine wichtige Erfahrung, Obst selbst zu ernten und nicht im Supermarkt zu kaufen“, betonte Marlies Schäfer vom Obstwiesenverein, die im letzten Jahr mit ihren Enkelkindern die Ernte miterlebt hat.

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