Kreisgruppe Minden-Lübbecke

BUND contra Kali

23. Juli 2020 | Gewässerschutz

Weser zwischen Minden und Petershagen 210 km vom Zusammenfluss von Werra und Fulda entfernt. Salzabwässer in die Werra haben auch hier schädliche Auswirkungen.  (Foto: BUND Mi-Lü)

Pressemitteilung: BUND-Kreisgruppe Minden-Lübbecke übt scharfe Kritik an Einleitung von Salzabwässern in das Flusssystem Werra/Weser auf Kosten der Umwelt

Die Einleitung von Salzabwässern durch das Kasseler Bergbauunternehmen K+S mit seinen Werken in Hessen und Thüringen stellt die Anrainer von Werra und Weser nach wie vor vor gravierende Probleme. Landesverbände und Kreisgruppen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an Werra und Weser stemmen sich schon seit langem gegen die Versalzung der Flüsse und gegen die fatalen ökologischen Auswirkungen.
Aktuell hat das Unternehmen einen Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis gestellt, wonach die weitere Einleitung von Salzabwässern in die Werra von 2021 bis 2027 genehmigt werden soll. Im Kreis Minden-Lübbecke gehören zu den Anrainerstädten der Weser Porta Westfalica, Bad Oeynhausen, Minden und Petershagen.

Der BUND Minden-Lübbecke befürchtet, dass mit der Genehmigung der Zustand der Weser als Salzwasserfluss auf lange Sicht weiter festgeschrieben wird. Auswirkungen auf Flora, Fauna und Mensch würden damit auch in Kreis Minden-Lübbecke langfristig zu spüren sein. Zudem seien die Planungen von K+S mit den behördlichen Vorgaben nicht vereinbar. Der direkt betroffene BUND Hessen äußert sich, das Unternehmen bleibe „im Kampfmodus gegen die Umwelt“.

Rainer Vogt vom Vorstand der BUND-Kreisgruppe Minden-Lübbecke, weist daraufhin, dass nach wie vor u. a. Kalium gemeinsam mit hohen Chloridkonzentrationen der Salzabwässer in der Werra und Oberweser als Zellgifte für Fische deren Bestände nachhaltig erheblich beeinträchtigen! Es darf nicht sein, dass sich ein millionenschweres Unternehmen wie K+S sich seiner Salzabwässer auf Kosten der Umwelt und damit der Steuerzahler dauerhaft entledigen will, obwohl alternativ ein bergrechtliches Entsorgungsverfahren zur Prüfung durch den Regierungspräsidenten in Kassel vorliegen würde.
Nicht hinnehmbar sei, so Kornelia Fieselmann, ebenfalls im BUND-Vorstand, dass durch eine weitere Einleitung der Salzabwässer die Umweltziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie für unseren Weserabschnitt wie auch für die anderen nicht erreicht werden können. Die Richtlinie gilt bis 2027, eine Verlängerung ist nicht möglich.

Weiterhin befürchtet der BUND ein erhöhtes Risiko für ein Versalzen des Grundwassers und damit Probleme bei der Trinkwassergewinnung. Um salzhaltiges Uferfiltrat zu vermeiden, liegen die Einzugsgebiete der Wassergewinnungsanlagen nicht im direkten Einflussbereich der Weser. Allerdings kann es passieren, dass bei Hochwasser über die Seitengewässer der Weser das Grundwasser mit Salz belastet wird. Es könnte deshalb immer schwieriger werden, ausreichend Flächen für Trinkwasserschutzgebiete bereitzustellen.

Die BUND-Kreisgruppe Minden-Lübbecke weist auf die Möglichkeit hin, im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens gegen den Antrag des Unternehmens K+S noch bis zum 3. August 2020 Einspruch zu erheben. Unterlagen für das laufende Verfahren finden sich online auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Kassel (https://rp-kassel.hessen.de/umwelt-natur/verfahren-kaliindustrie). Die Einwendungen können eingereicht werden bei der jeweiligen Gemeinde oder beim Regierungspräsidium Kassel, Dezernat Bergaufsicht, Hubertusweg 19, 36251 Bad Hersfeld.

Ausführliche Infos zur Werra-/Weserversalzung beim BUND Thüringen https://www.bund-thueringen.de/werra/  und BUND Hessen https://www.bund-hessen.de/wasser-und-gewaesser/werraversalzung/ 

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