Kreisgruppe Minden-Lübbecke
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Alles im Flow in Südfelde - Schüler des Leo-Sympher Berufskollegs und der BUND Petershagen untersuchen erneut heimischen Bachlauf

13. Mai 2026

Probeentnahme des Makrozoobenthos aus dem Südfelder Bach  (Foto: BUND)

Bereits zum vierten Mal in Folge haben Schülerinnen und Schüler des Leo-Sympher-Berufskolleg am Citizen-Science-Projekt „FLOW: Fließgewässer erforschen – gemeinsam Wissen schaffen“ des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung teilgenommen. Ziel des Projekts ist es, den ökologischen Zustand kleiner, heimischer Fließgewässer wissenschaftlich zu erfassen und gleichzeitig Bürgerinnen und Bürger sowie Schülerinnen und Schüler aktiv an Umweltforschung zu beteiligen. 

Die Untersuchung wurde gemeinsam mit dem BUND Petershagen durchgeführt, der die Aktion seit mehreren Jahren organisiert. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Umweltverband ist inzwischen ein fester Bestandteil in der praktischen Ausbildung der chemisch-technischen Assistenten. 

In diesem Jahr führte die Exkursion die angehenden chemisch-technischen Assistentinnen und Assistenten nach Petershagen-Südfelde an den Südfelder Bach, den Anwohnern als Bleeke bekannt. Sie untersuchten zusammen mit den Fachkundigen der FLOW-Gruppe den vergleichsweisen naturnahen 100 m-Abschnitt des insgesamt 3, 4 km langen Ösper-Seitengewässers, der zwischen einer Wiese und einem kleinen Wäldchen verläuft. Zur  Gruppe gehörten diesmal auch ein Umweltplaner und ein Student der Biologie/Chemie.

Aufgeteilt in drei Teams untersuchten die Bürgerwissenschaftler chemische Parameter des Wassers, darunter unter anderem der Gehalt an Nitrat und Phosphat und weitere Werte zur Wasserqualität. Weiterhin bewerteten sie die Struktur des Bachlaufs und analysierte das sogenannte Makrozoobenthos – also kleine wirbellose Tiere wie Insektenlarven oder Bachflohkrebse, die als wichtige Zeigerorganismen für den ökologischen Zustand  gelten. Hier wurden dieses Jahr sehr viele Köcherfliegenlarven gefunden, ein Zeichen für gute Gewässerqualität.

Die Ergebnisse zeigten, dass sich der Bach in einem insgesamt unbedenklichen, wenn auch nicht vollkommen optimalen Zustand befindet. Die naturnahe Umgebung wirkte sich positiv auf die Bewertung aus, dennoch wurde ein hoher Nitratwert festgestellt.

Nicht immer spielte allerdings das Wetter mit: Starke Regenschauer und sogar Hagel zwangen die FLOW-Gruppe zeitweise dazu, die Arbeiten zu unterbrechen. Unterstützung erhielt sie dabei spontan von der Mosterei Oevermann. Dort konnte sie Schutz suchen und einen Teil der Auswertungen fortsetzen.

Sowohl die Lehrkräfte des Berufskollegs als auch die Vertreter des BUND sehen in dem Projekt einen großen Mehrwert: Die praktische Arbeit außerhalb des Klassenraums fördere das selbstständige Arbeiten, wissenschaftliches Denken und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Gleichzeitig stelle die Untersuchung der heimischen Gewässer eine abwechslungsreiche Ergänzung zum Schulalltag dar und ermögliche den Jugendlichen wertvolle Einblicke in angewandten Umwelt- und Naturschutz, so Lehrerin Lisa Kalnins. 
Kornelia Fieselmann vom BUND Petershagen: "Die Wasserrahmenrichtlinie legt den Fokus leider nur auf größere Fließgewässer. Zum Ist-Zustand der kleinen Bäche gibt es wenig Daten. Beeindruckend, wie viele Gruppen sich deutschlandweit im Rahmen des FLOW-Projektes für diesen Lebensraum einsetzen! Und auch wir sind mit viel Spaß und Engagement dabei! "
Infos zum Projekt unter www.flow-projekt.de

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