Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in deutsches Recht (bei Klick vergrößert)

Fließgewässer mit ihren Auen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen. Im Kreis Minden-Lübbecke sind alle Flüsse und nahezu alle Bäche infolge von Begradigung und Ausbau erheblich verändert. Die Europäische Wasserrahmenrichtline fordert den guten Zustand aller Gewässer mit dem Ziel die Artenvielfalt zu erhöhen, aber auch aus Gründen des Hochwasserschutzes.

Sie wurde im Jahre 2000 auf europäischer Ebene beschlossen und mit dem Wasserhaus-haltsgesetz in deutsches Recht umgesetzt. Die Richtlinie, die für Oberflächengewässer und für das Grundwasser gilt, muss in allen europä-ischen Staaten bis 2015 umgesetzt sein.

Gewässerschutz - was hat sich geändert?

Im Focus: Die Gewässerstruktur, hier Fließgewässer mit schlechter Bewertung für Gewässersohle, Ufer und angrenzendem Land

Noch vor 40 Jahren galten viele Flüsse als übermäßig verschmutzt. Mit dem Ausbau von Kläranlagen gelang es, vor allem die Belastung mit organischen, biologisch abbaubaren Stoffen erheblich zu reduzieren. Starkes Düngen beim Energiepflanzenanbau oder übermäßiger Anfall von Gülle in der Massentierhaltung bedeuten erneut eine Gefahr für die Wasserqualität.

Der Blick auf klares, sauberes Wasser allein reicht aber nicht aus, um wieder artenreiche Bäche und Flüsse zu erhalten. Ziel der im Jahre 2000 beschlossene EU-Wasserrahmenrichtlinie ist ein ganzheitlicher Gewässerschutz. Neben der Wasserbeschaffenheit finden nun auch die Land-/ Wasservernetzung und die Gewässerstruktur Beachtung. Unter Gewässerstruktur versteht man das äußere Erscheinungsbild eines Fließgewässers. Entscheidend ist, ob Bach- oder Flussbett, Uferstruktur, Durchgängigkeit und Gewässerrandstreifen so beschaffen sind, dass sich für das Fließgewässer typische Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen einstellen. Nur wenn diese vorhanden sind, haben die Gewässer das Ziel der WRRL, den „guten ökologischen Zustand“, erreicht.

Neue Ansätze der EU-Wasserrahmenrichtlinie

  • ökologische Bewertung der Gewässer: Es gibt 5 Bewertungsstufen, die sich am Leitbild („sehr guter Zustand“) orientieren. Ziel ist Bewertungsstufe 2,der „gute Zustand“. Er ist erreicht, wenn die Lebensgemeinschaften auf geringe, vom Menschen verursachte Störungen hinweisen. Für erheblich veränderte Gewässer gilt das „gute ökologische Potenzial“ mit eingeschränkten Umweltzielen.

  • Bewirtschaftungsgebiete: Sie orientieren sich am jeweiligen Einzugsgebiet eines Gewässers und nicht mehr an Landes- und Kreisgrenzen. Beispiel: Flussgebiet Weser, Flussgebiet Ems

  • Fristen zur Umsetzung der Richtlinie: Bestandsaufnahme bis 2004, Erarbeitung der Überwachungsprogramme bis 2006, Erstellung des ersten Bewirtschaftungsplans und des Maßnahmenprogramms bis 2009, Zielerreichung bis 2015, 2x Verlängerung in begründeten Fällen ist möglich. Beginn des zweiten Bewirtschaftungszyklus 2015

  • Beteiligung der Öffentlichkeit: Sie wird in Artikel 14 der WRRL ausdrücklich vorgeschrieben. Alle interessierten Bürger können sich an der Umsetzung der Richtlinie an ihrem Gewässer beteiligen. Zu der jeweils aktualisierten Fassung des Bewirtschaftungplanes können sie Stellung nehmen.

Vorschlag der Naturschutzverbände für einen 14-Punkte-Plan zur Beschleunigung eines vorsorgenden Gewässer-, Trinkwasser- und Hochwasserschutzes in NRW im Zeitraum 2013 – 2015

14_Punkte_Plan_WRRL.pdf



Vortrag "Vogelschlag an Glas" in Minden

10. Juni 2017: Fahrradaktionstag in Minden

Podiumsdiskussion am Mo, 27.3.2017 in Rahden

Thema: Landwirtschaft - zwischen bäuerlicher Romantik und Industrieproduktion
Veranstalter: Ev. Kirchenkreis Lübbecke
im Podium u.a. mit Ekkehard Niemann (Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft)
mehr siehe hier

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Flyer Kreisgruppe Minden-Lübbecke

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Weitersagen: Zukunft ohne Gift

Kinder sind unsere Zukunft – und schon früh schädlichen Chemikalien ausgesetzt. Giftstoffe, mit denen sie in ihren ersten Lebensjahren Kontakt haben, können selbst viele Jahre später noch zu Erkrankungen führen. Deshalb muss für Orte, an denen sich Kinder aufhalten, ein besonders strenger Maßstab gelten. Mehr dazu hier